Vergangene Saison öffnete sich in Klagenfurt der Eishockey-Himmel. Als Adam Comrie mit seinem entscheidenden Tor in der Overtime den EC-KAC zum Meistertitel schoss, brachen in der Klagenfurter Stadthalle alle Dämme – ein Gefühl, das man beim österreichischen Rekordmeister kennt und liebt. Doch wie ergeht es den Rotjacken gut ein halbes Jahr nach dem 31. Titel, und was steht für Fans und Verein an? Wir haben uns mit KAC-Sprecher Hannes Biedermann unterhalten.

Meisterschaft, Teilnahme an der Champions Hockey League mit Spielen gegen europäische Topklubs, bestens gefüllte Halle bei Heimspielen, reisefreudige Fans auswärts. Das Jahr 2019 wird man beim EC-KAC in guter Erinnerung behalten. Auch in der aktuellen Saison 2019/20 liegt man aktuell auf dem zweiten Platz im Grunddurchgang. Keinesfalls selbstverständlich, wie uns Hannes Biedermann erzählt: „Das Jahr nach einem Titel ist immer das schwierigste. Einerseits gibt es diesen Championship Hangover, außerdem ist der Meister immer das Team, das jeder schlagen will“. Vor allem in der Erste Bank Eishockey Liga sei es eine besondere Aufgabe, denn wie wir erfahren, ist sie die knappste und ausgeglichenste Liga in ganz Europa – statistisch belegbar, trennen doch den ersten und den sechsten Platz gerade einmal neun Punkte. Dennoch, das Selbstbewusstsein stimmt bei den Klagenfurtern: „Wer Meister ist, dieses Gefühl erfahren durfte, möchte das natürlich ein weiteres Mal erleben.“ – Eine Kampfansage Ansage in rot-weiß

Für die Leidenschaft auf dem Eis ist der EC-KAC bekannt, aber mindestens genauso legendär ist die Leidenschaft des Anhangs der „Athletiker“. In der Klagenfurter Stadthalle sorgen Match für Match Tausende für Gänsehaut-Stimmung, unter ihnen organisierte Fanclubs wie die Vikings, Stiege 19 und Red White Dragons, und viel mehr. Aber nicht nur in Kärnten, sondern in ganz Österreich findet man die Fans, die die roten Buchstaben mit Stolz auf der Brust tragen. Aus dem ganzen Land pilgern sie in die Stadthalle. „Wir haben sogar Dauerkartenbesitzer aus anderen Bundesländern wie Salzburg, Steiermark, Tirol oder selbst Niederösterreich, die sitzen für einen Heimspielbesuch hunderte Kilometer im Auto“, meint Biedermann anerkennend. Um diese Leidenschaft der Fans zu belohnen, kommt der EC-KAC seit geraumer Zeit zu ihnen, statt sonst wie so oft die Fans zu ihm. In allen Bezirken Kärntens werden im Rahmen von „Rot-Weiße Regionen“ in enger Zusammenarbeit mit Hirter Bier und den Kärntner Regionalmedien Fantreffen veranstaltet, bei denen Spieler und Fans in den Austausch kommen, es Gewinne abzustauben gibt, Tickets und Fanartikel vor Ort erworben werden können und vieles mehr. Die nächsten Termine hierfür sind übrigens am 8.1. im Hirter Bierstüberl in St. Veit an der Glan und am 21.1. im Restaurant Seemandl am Flatschacher See im Bezirk Feldkirchen.

Auch in der nahen Zukunft hat der EC-KAC ambitionierte Ziele, auf die sich die Fans bereits freuen können. Hannes Biedermann: „Klar, wir streben an, uns wieder für die Champions Hockey League zu qualifizieren. Was die heimische Meisterschaft betrifft, so kann in Play-Offs immer Unvorhergesehenes passieren, doch wenn alle Zahnräder so ineinandergreifen, wie wir uns das vorstellen, dann haben wir gute Chancen, am Ende wieder ganz oben zu stehen“. Bei allen sportlichen Erfolgen wird man aber auch nicht müde zu betonen, dass der EC-KAC mehr ist als nur die Kampfmannschaft in der EBEL. Wie wir erfahren, konnten die Rotjacken in der vergangenen Saison erstmalig sämtliche Jugendmeisterschaften in Österreich, an denen sie teilnahmen, für sich entscheiden, doch damit nicht genug – Erstmals in der bis ins Jahr 1909 zurückreichenden Geschichte des Vereins tritt man heuer nicht nur in allen Jahrgängen des Jugendsystems an, sondern stellt in der österreichischen und slowenischen Liga Teams in sämtlichen Geburtsjahrgängen von U11 bis U18.

Was mit echter Leidenschaft zu bewegen ist, zeigt sich auch nach 110 Jahren bei den Klagenfurtern auf beeindruckende Weise – Nicht, dass wir es nicht auch schon längst gewusst hätten😉