Nur wer weiß, woher er kommt, kann auch wissen, wohin er geht. Der deutsche Journalist und Politiker Theodor Heuss hat es so wahrscheinlich am besten zusammengefasst, warum es sich nicht nur lohnt, sich mit der eigenen Vergangenheit zu befassen, sondern sie auch in Ehren zu halten. Am Braustandort Hirt ist man nicht zuletzt deshalb eins mit der jahrhundertealten Tradition. Ein Rückblick in frühe Zeiten.

„Wo bitteschön liegt Hurde?“. „Ist das ein Tippfehler?“ – Solche und andere Gedanken sind nicht ungewöhnlich, wenn man die Chronik der Privatbrauerei zum erstem Mal liest. Kein Wunder, denn so altmodisch die Zeiten im Jahr 1270 waren, war es auch die deutsche Sprache, in der die alten Dokumente verfasst sind, die uns heute vorliegen 😉
Die hochmodernen, dem Stand der Technik entsprechenden Anlagen der Privatbrauerei Hurde… ähm, Hirt, Verzeihung 😉 , die heute den Betrieb prägen, erinnern den Besucher zunächst nicht an eine Jahrhunderte alte Tradition an diesem Standort – Doch sobald man sich ein bisschen umsieht, die spezielle Stimmung dieses Ortes, der vor allem durch seine Lage an der mittelalterlichen Handelsroute der österreichischen Eisenstraße eine rasche Entwicklung nahm, an sich heranlässt, kann man die Geschichte und die Tradition förmlich spüren. Der Warenverkehr zwischen dem oberen Adriaraum und der bereits damals bedeutenden Stadt Wien sorgte für regen Betrieb in der Gegend. Es war im Jahr 1270, in dem an diesem Ort erstmalig eine Taverne schriftlich erwähnt wurde – Diese Taverne, die Vorläuferin des heutigen Hirter Braukellers, wird im Güter-und Anlagenverzeichnis des Domkapitels Gurk mit dem Vermerk „Item taberna in Hurde solvit talentum 1“ („Ebenso zahlt die Taverne in Hirt 1 Talent“) genannt.

Im Jahr 1493 beginnt eine beispiellose Chronologie: Seit in diesem Jahr Max und Khunigund Deuer als die Besitzer der Taverne aufscheinen, kann die Privatbrauerei Hirt bis heute durchgehend und lückenlos ihre bisherigen Besitzer auflisten. Eine Chronologie voller weiterer Namen, die man seinen Kindern heute wohl nicht mehr geben würde 😉, die aber Aufschluss über die Besitzverhältnisse gibt. Außerdem gibt sie weitere wertvolle Informationen über damalige zeitgeschichtliche Ereignisse und macht bis heute nachvollziehbar, wie es zu welcher Zeit um die Geschicke der heutigen Privatbrauerei Hirt bestellt war.

Fast 750 Jahre – so lange währt die Tradition am Standort mindestens schon. Doch wir wollen euch nicht einfach nur eine Zahl präsentieren. Nein, um zu verdeutlichen, von was für einem Zeitraum wir hier sprechen, ein paar historische Ereignisse, die in diese Jahre fallen, nennen. So etwa wurde Österreich zum Zeitpunkt der erstmaligen Erwähnung 1270 noch nicht einmal von den Habsburgern regiert – Es sollte weitere 8 Jahre dauern, bis die jahrhundertelange Herrschaft des Fürstenhauses begann. Auch begann genau im Jahr 1270 der letzte der bekannten sieben Kreuzzüge europäischer, christlicher Ritter nach Jerusalem. Die Privatbrauerei Hirt erlebte den Aufstieg Österreichs zur Großmacht und die Entwicklung zur Republik nach dem ersten Weltkrieg mit, man arbeitete und braute, als Reformation und Gegenreformation über das Land stürmten, im besetzten Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg musste man sich, wie ganz Kärnten, in der britischen Besatzungszone arrangieren. Aber bevor dieser Blogbeitrag in Richtung einer Geschichtevorlesung eskaliert, wollen wir es hiermit gut sein lassen 😉

All diese turbulenten Zeiten, all die zahlreichen damit verbundenen Herausforderungen, goldene oder schwierige Zeiten konnten jedoch an einer Tatsache nichts ändern: Am unbedingten Bekenntnis zu Leidenschaft und Liebe für das Brauhandwerk und dem Grundsatz, dass einzig und allein Qualität die Zeit überdauern wird. Diese enge Verbindung wird nicht nur am Standort gelebt, sondern zeigt sich auch in Produkten wie unserem Hirter 1270, das stolz das offizielle Ersterwähnungsjahr als Namen trägt.